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In Goethes jugendlichem Meisterwerk, dem URFAUST, verbindet der Dichter die märchenhafte, mittelalterliche Geschichte vom Dr. Faustus, der mit dem Teufel einen Pakt schließt, mit der Tragödie Gretchens, deren Schicksal die Menschen immer wieder neu berührt.

Eigentlich dürfte es dieses wunderbare Jugendwerk Goethes gar nicht mehr geben. Der Dichter selbst hat es, nachdem er weite Teile des Textes in seinen „Faust“ übernommen hatte, verbrannt. Dabei, so schrieb er selbst einmal, „klang und summte die uralte Puppenspiel-Fabel vom Dr. Faustus“, die Goethe von den Jahrmärkten her kannte, „gar vieltönig“ in ihm wieder und hat ihn in jungen Jahren intensiv beschäftigt. Doch zum Glück für die Nachwelt hat das Fräulein Luise von Göchhausen heimlich eine Abschrift des originalen Textes gefertigt, die 1887 entdeckt wurde. Und seitdem spielt das alte Märchen vom Teufel, der Fausten die Welt zeigt und sie ihm untertan macht, auf den Bühnen.

Der große Dr. Faust, der sich selbst für das Ebenbild der Gottheit hält, ist mit seinem Professoren-Latein am Ende und sucht Erkenntnis über das, was die Welt im Innersten zusammenhält, in der Magie. Doch der einzige Magier, der sich ihm anbietet, ist der Teufel selbst. Und so macht er sich mit ihm auf die Reise, erlebt Macht und Genuß nach seinem Willen. Das naive Gretchen erliegt dem großen Manne, weiß sie doch gar nichts von der Welt und vom Leben, viel jedoch von der Religion. Als sie schwanger ist, ist Faust schon lange verschwunden - auf Weltreise. Gretchen stürzt, von der Gesellschaft geschmäht und verachtet, in den Abgrund. In ihrer Verzweiflung bringt sie ihr Neugeborenes um. Auf sie wartet nur noch der Henker. Zwar eilt Faust in der Todesnacht noch schnell zu Gretchen, um sie zu retten, aber Margarethe hat längst begriffen, daß der Tod besser ist, als das Leben da draußen. „Es zuckt in j e d e m Nacken die Schärfe, die nach meinem zuckt“, sagt sie zu Faust im Kerker, und: “Heinrich, mir graut vor dir!“ Wem nicht. Doch Faust zieht weiter mit Mephisto seine Bahn.


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